Bericht vom Bundeskongress der linksjugend ['solid] von Michelle Hake
Dieses Wochenende fand der Bundeskongress, der Linksjugend ['solid] in Berlin statt.
Auch Michelle Hake, Stadtratskandidatin in Regensburg, war als Teil der bayerischen Delegation vor Ort.
Im Leitantrag haben wir festgestellt, dass der Kapitalismus momentan vermehrt rechte Kräfte stützt und autoritäre Tendenzen in Staat, Polizei und Politik unterstützt.
Dieser Entwicklung stellen wir uns entschlossen entgegen.
Außerdem w wir weiter Widerstand gegen die Militarisierung leisten.
Für uns ist klar:
Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!
Als Linksjugend ['solid] haben wir durch unsere deutschlandweiten, mitgliederatstarken Strukturen eine Verantwortung.
Diese wollen wir nutzen, konkret bei Arbeitskämpfen wie Streiks mitwirken und diese effektiv unterstützen.
Unseren Aktivismus wollen wir immer intersektionell feministisch, internationalistisch und amtiimperialistisch gestalten.
Wir freuen uns besonders, dass die Linksjugend ['solid] dem Bündnis Rheinmetall Entwaffnen beitreten und gegen Kriegstreiber und -Profiteure in einem starken Bündnis kämpfen will.
Wir erkennen an, dass wir zulange zum Genozid in Gaza geschwiegen haben und teilweise nicht ausreichend dagegen mobilisiert haben.
In Solidarität mit dem palästinensischen Volk wollen wir alles in unserer Macht stehende tun um den Widerstand gegen das rassistische Apartheidsystem in Gaza zu unterstützen.
Deshalb wollen wir unsere Kontakte mit linken und progressiven Organisationen vor Ort wie Youth Against Settlements, AlQaws, Mesarvot, Popular Struggle Coordination Commitee
und Hadash intensivieren.
Ein Höhepunkt des BuKos war die Wahl des Bundessprecher*innenrats, welcher den Verband im nächsten Jahr führen wird.
Wir freuen uns, dass mit Selina Pfister nun auch wieder eine bayerische Genossin vertreten ist und wünschen den Genoss*innen ein glückliches Händchen.
Im Laufe des Kongresses kam es leider zu Anfeindung gegen einzelne Delegierte, die mutmaßlich aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten entstanden sind.
Michelle, die selbst erst nach dem Bundeskongress von den Vorfällen erfahren hat, erklärt: „Ich verurteile die Angriffe untereinander zutiefst. Politische Differenzen dürfen niemals dazu führen, dass Genoss*innen persönlich angegriffen oder ausgegrenzt werden. Vor allem mit Hinblick auf den immer stärker spürbaren Rechtsruck in der Gesellschaft ist es um so wichtiger gemeinsam zusammen zu stehen.“
Im Zusammenhang mit dem Antrag zur Solidarität mit palästinensischen Volks wurden zudem Vorwürfe des Antisemitismus laut, da der Staat Israel scharf kritisiert wird.
Wir stellen klar: Die Kritik richtet sich nicht gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen staatliche Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen. Antisemitismus hat in unseren Reihen keinen Platz – ebenso wenig wie jede andere Form von Rassismus oder Diskriminierung.
Gleichzeitig ist es uns wichtig zu betonen, dass eine klare Position gegen den Genozid in Gaza nicht bedeutet, die Verbrechen der Hamas zu relativieren oder zu verschweigen.
Die Massaker an israelischen Zivilist*innen, sexualisierte Gewalt und gezielte Angriffe auf Jüdinnen und Juden sind abscheuliche Verbrechen, die ebenso zu verurteilen sind.
Eine konsequent linke und menschenrechtsorientierte Haltung bedeutet, sich gegen jede Form von Unterdrückung, Gewalt und Faschismus zu stellen – egal, von welcher Seite sie ausgeht.
